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Hedwig Kruse, Illustration Blatt 1 zu Richard Dehmels »Das Zettelevoiche«, 1918, Holzschnitt auf Japanpapier, koloriert, Foto: L. Breidert, HLMD © Hessisches Landesmuseum Darmstadt

14.09.2026

Publikumserfolg im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Die Ausstellung »Hedwig Kruse. Eine Druckkünstlerin lebt ihren Traum« wird bis 18. Oktober 2026 verlängert!

Darmstadt, 14. September 2026

Große Resonanz auf die Wiederentdeckung einer außergewöhnlichen Künstlerin: Aufgrund des anhaltenden Publikumszuspruchs verlängert das Hessische Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung »Hedwig Kruse. Eine Druckkünstlerin lebt ihren Traum« bis zum 18. Oktober 2026.

Wer die farbenprächtigen und geheimnisvollen Bildwelten von Hedwig Kruse noch nicht entdeckt hat, erhält damit drei weitere Wochen die Gelegenheit, eine nahezu vergessene Künstlerin des 20. Jahrhunderts kennenzulernen.

Dr. Mechthild Haas, Leiterin Graphische Sammlung »Hedwig Kruse. Eine Druckkünstlerin lebt ihren Traum« lädt dazu ein, in diese eigensinnigen, poetischen und bisweilen rätselhaften Traumwelten einzutauchen. Die Ausstellung macht eine Künstlerin sichtbar, die zu ihrer Zeit keinen angemessenen Platz in der Kunstgeschichte erhielt und deren Arbeiten heute überraschend modern wirken.«

Hedwig Kruse (Frankfurt/Main 1895–1991 Darmstadt) war eine außergewöhnliche Druckkünstlerin. Mit feinsten Linien, leuchtenden Farben und einer faszinierenden Verbindung unterschiedlicher kultureller und religiöser Bildwelten schuf sie Werke von großer Eigenständigkeit. Antike Mythologie trifft auf Christentum, Judentum, Buddhismus und Islam; Figuren aus Mystik und Märchen begegnen phantastischen Wesen und autobiographischen Szenen.

Ihre Bilder erzählen von Liebe und Verlust, von Sehnsucht und Selbstbehauptung – und immer wieder von der Rolle der Frau und Künstlerin.

Dabei war Kruses künstlerische Laufbahn vielversprechend. Die Tochter des Frankfurter Malers Hermann Kruse studierte an der Münchner Kunstgewerbeschule und begann 1917 mit eigenen Arbeiten eine Karriere als Druckkünstlerin. 1935 setzte das Ausstellungsverbot der Nationalsozialisten diesem Weg ein jähes Ende. Auch nach 1945 arbeitete Kruse weiter, doch die Zäsur des Zweiten Weltkriegs ließ sich nicht mehr überwinden. Ihre Werke signierte sie zeitlebens mit ihrem Mädchennamen »Kruse«.

Heute eröffnet sich ein neuer Blick auf ihr außergewöhnliches Œuvre. Dank einer Schenkung durch ihren Sohn Stephan Heise (1928–2017) besitzt das Hessische Landesmuseum Darmstadt den gesamten grafischen Nachlass der Künstlerin. Neben aufwändigen Collagen aus Glanzpapier umfasst er vor allem Farbholzschnitte von höchster drucktechnischer Qualität. Die filigran geschnittenen Holzstöcke ermöglichen eine erstaunliche Feinheit der Linien und eine leuchtende Farbigkeit.

Besonders hingewiesen sei auf den in Kooperation mit dem Fotografen Stefan Pohl und der Schauspielerin Laura Eichten vom Staatstheater Darmstadt entstandenen Kurzfilm von 10 Minuten. In der Ausstellung erweckt er die Illustrationsfolge von Hedwig Kruse zu Richard Dehmels Märchen »Das Zettelevoiche« mit Hilfe der KI zum Leben. Entstanden ist ein hinreißendes, hochaktuelles kleines Filmmärchen, das Jung wie Alt begeistert.

Ort: Karl Freund-Galerie

Pressekontakt:

Yvonne Mielatz-Pohl (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Tel.: +49 (6151) 3601-300

E-Mail: presse@hlmd.de

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Die Haupthalle im Eingangsbereich des Hessischen Landesmuseums

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