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Kasper König im Block Beuys

25.08.2021

Zeitzeugen zu Block Beuys

Götz Adriani, Franz Dahlem, Heiner Friedrich, Kasper König, Klaus-D. Pohl, Hans Martin Schmidt, Günther Schott

Derzeit erstellt das Hessische Landesmuseum Darmstadt eine Online-Plattform zu Block Beuys. Dafür wird das Archiv Block Beuys sowie Literatur, Vortragsdokumentationen und Werkbestand bis Ende 2022 digitalisiert. Texte in deutscher und englischer Sprache, Fotos und Videos zu Hauptwerken geben dann einen Einstieg in die Werk- und Formvielfalt und stellen das Deutungsspektrum vor.

Zum 50jährigen Jubiläum von Block Beuys interviewte Kuratorin Dr. Gabriele Mackert im Jahr 2020 Zeitzeugen über ihre Zusammenarbeit mit Joseph Beuys. Gesprächspartner waren die Kunsthändler und Berater Karl Ströhers Franz Dahlem und Heiner Friedrich, die Sammlungsleiter Dr. Götz Adriani, Dr. Hans Martin Schmidt und Dr. Klaus-D. Pohl, Restaurator Günter Schott, der Block Beuys über 25 Jahre betreute, sowie Kurator Kasper König, der Beuys 1963 kennenlernte und immer wieder ausstellte. Diese stellen wir nun als ersten Teil online öffentlich hier zur Verfügung.

Götz Adriani war von 1966 bis 1971 als Kustos für die Gemäldeabteilung des HLMD und für die Sammlung Karl Ströher zuständig. Im Frühjahr 1971 wurde er Gründungsdirektor der Kunsthalle Tübingen. Dort stellte er dreimal Joseph Beuys aus, wie er ihn als Kommissar der Biennale São Paulo 1979 in Brasilien präsentierte. Zusammen mit Winfried Konnertz und Karin Thomas publizierte Adriani 1973 die erste Biografie über Beuys. Block Beuys ist für ihn »das Beste, was von Beuys überliefert ist, schlicht und ergreifend.«

Franz Dahlem, Galerist und Berater des Darmstädter Industriellen Karl Ströher, holte Beuys mit seiner Aktion Hauptstrom FLUXUS 1967 zum ersten Mal nach Darmstadt und stellte ihn Ströher vor. Block Beuys und vor allem Beuys‘ ikonisches Werk Stuhl mit Fett hätten die Auffassung von zeitgenössischer Kunst revolutioniert so Dahlem: »Für mich war das ein Monument so groß wie der Himalaya.«

Heiner Friedrich, Galerist und Berater Karl Ströhers sowie Initiator der Dia Art Foundation, New York, verfolgte früh die Idee ortsbezogener Kunst. Er wollte Kunstwerken einen dauerhaften Platz geben, statt sie immer wieder auf- und abzuhängen und von einer Ausstellung zur nächsten zu transportieren. Für Friedrich lebt Kunst von ihrer Präsenz im Raum. Die Gegenwart der Begegnung inspiriere Kunst wie Betrachter: »Im Grunde ist dieses ganze kunsthistorische Theater völlig unwichtig.«

Kasper König lernte Joseph Beuys 1963 kennen und brachte als Koordinator der Abteilung Zeichnungen Papierarbeiten von Joseph Beuys auf die documenta III, 1964 in Kassel. 1977 realisierte Beuys die Arbeit Unschlitt/Tallow für Königs Skulptur.Projekte, Münster. 1981 organisierte König in Köln die Ausstellung Westkunst für die er Beuys-Werke aus Darmstadt auslieh. Beuys‘ Zeichnungen erlebte er in den 1960er Jahren als vollkommen aus der Zeit gefallen, unmittelbar und direkt: »Das war sehr befreiend.« Beuys‘ Werk sieht er als Zeitschnitt durch die traumatische, höchst schizophrene und komplexe Kultur und unsere Vergangenheit.

Klaus-D. Pohl, 1991 bis 2017 Kustos für die Kunst des 19.-21. Jahrhunderts des Landesmuseums, organisierte die Ausstellungen zu Beuys‘ Werk Projekt Westmensch, 1993, Manresa, 1996 und Ulysses, 1997, sowie 1995, 2000, 2006 und 2008 Tagungen zu Block Beuys. Außerdem betreute er die Sanierung der Räume von Block Beuys in den Jahren 2008 bis 2014, bei der entschieden wurde, dass die Bodenzeichnung in Raum 1 von Block Beuys im Original erhalten werden muss, die frühere Wandverkleidung aus Jute hingegen kein konzeptioneller Bestandteil von Block Beuys ist. Pohl: »Ich finde, dass diese Objekte vor dem Weiß in ihrer Radikalität viel stärker rauskommen als vorher.«

Hans Martin Schmidt, 1971 bis 1978 Sammlungsleiter Kunst des Hessischen Landesmuseums Darmstadt und der Sammlung Karl Ströher. Er präsentierte 1972 als erste Sonderausstellung Zeichnungen von Joseph Beuys. Er erinnert sich, dass Beuys‘ keine Beschriftungen in Block Beuys wollte: »Ich weiß, dass die Leute lesen können, aber sie sollen gucken lernen, sie sollen sehen lernen und begreifen!«

Günter Schott, 1969 bis 2010 Restaurator des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, erinnert sich an seine Zusammenarbeit mit Joseph Beuys. Ihn fasziniert das gesamte Raumensemble: »Mein Lieblingswerk ist die unsichtbare Skulptur, die man nicht sieht. Das ist das Gefühl, dass man hier hat, wenn man durch Beuys läuft. Dieses Unsichtbare, dieses Gefühl, dieses Kribbeln, das Wunder, das Überlegen, was ist das?«

Die Filme mit der Verlinkung zu You Tube finden Sie auf unserer Homepage unter:

https://www.hlmd.de/museum/kunst-und-kulturgeschichte/block-beuys.html

Pressekontakt:

Yvonne Mielatz-Pohl (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Tel.: +49 (6151) 3601-300

E-Mail: presse@hlmd.de

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