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Joseph Beuys, FOND II (10 Teile), 1968, Block Beuys, Raum 2 © Hessisches Landesmuseum Darmstadt, VG Bild-Kunst, Bonn, 2023

17.09.2020

Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys

In Kooperation mit DASMAXIMUM, Traunreut

14. Februar bis 20. September 2020

Zu Ehren von Joseph Beuys wird am 17. September 2020, 14 Uhr, am Hessischen Landesmuseum Darmstadt im Beisein von Oberbürgermeister Jochen Partsch und Direktor Dr. Martin Faass eine Eiche gepflanzt und eine Basaltstele gesetzt.

»7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung« war Joseph Beuys‘ Beitrag für die documenta 7. 1982 lagerte er dafür 7000 Basaltstelen als keilförmiges Dreieck auf dem Friedrichsplatz vor dem Fridericianum in Kassel ab. An dessen Spitze pflanzte er im März 1982 die erste Eiche.

Mit seiner utopisch anmutenden Skulptur im Sinne seines erweiterten Kunstbegriffs setzte Beuys als Pionier einer sozial-ökologischen Kunst neue Maßstäbe. Seine Soziale Plastik war anfangs sehr umstritten. Sie thematisiert nicht nur das Zusammenspiel von Werden, Vergehen und Dauer – genauso wichtig ist das gesellschaftliche Gefüge und das Engagement Einzelner, die Mitverantwortung, Natur zu bewahren: Jeder, der 500 DM spendete, durfte einen Basaltblock entfernen und an anderer Stelle mit einem Baum einsetzen.

Je mehr Bäume in Kassel gepflanzt wurden, desto kleiner wurde seine Plastik. »Nicht Aufbau, nicht Abbau, sondern beides gleichzeitig in Abhängigkeit«, faszinierte Beuys. Der letzte Baum wurde 1987 zur documenta 8 direkt neben den ersten gepflanzt. Danach dehnte sich seine Idee weltweit aus. Inzwischen gibt es Baumpflanzungen in seinem Sinne nicht nur in Deutschland, sondern etwa auch in New York.

»Ich wollte ganz nach draußen gehen und einen symbolischen Beginn machen für ein Unternehmen, das Leben der Menschheit zu regenerieren innerhalb des Körpers der menschlichen Gesellschaft, und um eine positive Zukunft in diesem Zusammenhang vorzubereiten.« so Beuys.

Das lebendige Wachstum der Eiche begleitet ein säulenförmiger Basaltblock, über Jahrmillionen entstanden. Für Beuys war wichtig, dass jedes einzelne Monument aus einem lebenden Teil besteht, dem sich ständig in der Zeit verändernden Baum, und einem Teil, der kristallin ist und seine Form, Masse, Größe, Gewicht lange Zeit beibehält.

Basaltstelen sind auch Teil der Skulptur »Das Ende des 20. Jahrhunderts«, 1982, die Beuys 1984 in Raum 1 von »Block Beuys« im Hessischen Landesmuseum Darmstadt als eine Art Pendant installierte.

Maßgeblich finanziert wurde die Aktion damals von der New Yorker Dia Art Foundation und dessen Mitbegründer Heiner Friedrich, der auch die »Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys« anregte. Der Restbetrag sollte durch Spenden von finanziert werden. 1982 zerlegte Joseph Beuys vor Publikum eine Kopie der Krone des Zaren Iwans und schmolz sie ein. Daraus goss er »Der Friedenshase und Zubehör«, der für 777.000 DM an den Stuttgarter Sammler Joseph W. Fröhlich verkauft wurde. 1984 machte Beuys im japanischen Fernsehen Reklame für Whiskey, um das Projekt zu finanzieren. Auch andere Künstler*innen stifteten Kunstwerke für eine Versteigerung.

Die »Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys« ist Teil des Rahmenprogramms der Sonderausstellung »Kraftwerk Block Beuys«.

»Kraftwerk Block Beuys« noch bis 20. September 2020!

Im April 1970 installierte Joseph Beuys (1921-1986) mehr als 200 seiner Werke im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. 2020 feiern wir das 50-jährige Jubiläum dieses weltweit größten erhaltenen Werkensembles. In sieben Räumen schuf Beuys ein faszinierendes Künstlermuseum im Museum. Es ist eine einzigartige Schule des Wahrnehmens, Entdeckens und Fragens.

Die Ausstellung »Kraftwerk Block Beuys« beleuchtet den Zusammenhang ausgewählter Werke und Beuys’ Aktionen. Filme, Fotos und Partituren bis in die 1970er-Jahre zeigen, wie er Objekte aus dem »Block Beuys« benutzte.

Zum Jubiläum erinnern Zeitdokumente an Historie, Entstehung und Veränderungen dieses singulären Werkes. Als prominente Leihgabe ist unter anderem »kleines Kraftwerk«, das 1984 bis 1987 in Raum 3 des »Block Beuys« zu finden war, wieder im HLMD zu sehen sein.

Kuratorin
Dr. Gabriele Mackert

Mit freundlicher Unterstützung von
Medienpartner
Marketingpartner

Pressekontakt:

Yvonne Mielatz-Pohl (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Tel.: +49 (6151) 3601-300

E-Mail: presse@hlmd.de

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Die Haupthalle im Eingangsbereich des Hessischen Landesmuseums

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