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© Jenna Sutela, Holobiont, 2018 Videostill

14.08.2019

Video des Monats. Ozeanische Gefühle 08

Jenna Sutela »Holobiont«

03. bis 29. September

»Holobiont« setzt sich aus griechischen Wörtern zusammen, »hólos« – alles, gesamt, »bios« – Leben und »óntos« – Seiendes, Wesen. Es wird »Gesamtlebewesen« übersetzt. Man versteht darunter den Zusammenschluss mehrerer Organismen verschiedener Arten zu einem Superorganismus. Das Wort geht auf die US-Biologin Lynn Margulis zurück, die nachwies, dass komplexere Zellen, wie etwa auch menschliche ihren Ursprung in der Verschmelzung von einfacheren Organismen haben.

Sutela verfolgt in ihrem Video »Holobiont« die Idee einer möglichen Einheit vieler Arten, in einer alle untrennbar verknüpfenden Ökologie und Evolution auf planetarischer wie kosmischer Ebene. Ihre Odyssee beginnt im Darm und zoomt bis in den Weltraum.

Dazu traf sie Wissenschaftler*innen, die sich mit extremophilen Bakterien beschäftigen. Diese Organismen können in lebensfeindlichen Bedingungen überleben und möglicherweise Leben auf andere Sterne bringen. Bei der ESA hat Sutela deren Versuchsreihen zum Nattō-Bakterium Bacillus subtilis gefilmt.

Sutelas Science-Fiction greift die derzeitigen Diskussionen um sogenannte Interspezies-Symbiosen auf und spekuliert über zukünftige Mutationen und Weiterentwicklungen des Lebens.

Kuratoren in Dialog mit Dr. Gabriele Mackert, Donnerstag, 5. September 2019, 16 Uhr

Jenna Sutela arbeitet mit Worten, Klang und anderen lebendigen Stoffen. Ihre Installationen und Performances zielen darauf ab, prekäre soziale und materielle Momente zu identifizieren und auf sie zu reagieren. Dabei steht oft die technologische Dimension im Zentrum. Sie lebt in Berlin und Helsinki. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Kiasma Museum of Contemporary Art, Helsinki, im Guggenheim Museum Bilbao und im Museum of Contemporary Art Tokyo gezeigt. Derzeit ist sie Visiting Artist am MIT Center for Art, Science & Technology (CAST).

Videoreihe »Ozeanische Gefühle« bis Dezember 2019

In seinem neuen Videoraum stellt das Hessische Landesmuseum Darmstadt im monatlichen Wechsel internationale Filme über die Neugierde des Menschen, seine Umwelt und die Natur zu erforschen, zu verstehen und zu gestalten, vor. Der Titel »Ozeanische Gefühle« verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, der die Geschichte des Darmstädter Universalmuseums seit über 200 Jahren prägt. Er beschreibt die Sehnsucht, sich als Teil der Ewigkeit und des Unendlichen zu erleben.

Das Wort »ozeanisch« ist dabei nicht wörtlich zu verstehen. Es geht nicht um eine spezielle Empfindung beim Anblick des Meeres, sondern um das emotionale Einssein mit der Welt und die Zugehörigkeit zum Ganzen.

Der Wunsch der Menschen, ihr Dasein und die Welt zu verstehen, erscheint gleichsam »ozeanisch«. Unbegrenzt und schrankenlos erkunden und kategorisieren wir die Erde, eignen sie uns an oder erfinden neue Welten. Dies gilt ebenso für die Effekte der Globalisierung und die Kreisläufe des Kapitals. Angesichts gravierender Veränderungen unseres Planeten und bedrohlicher Umweltzerstörung erscheint nicht nur unser Verhältnis zur Natur, sondern auch die Existenz des Menschen gefährdet und damit jene allumfassende Emotion.

 

VORSCHAU

Ozeanische Gefühle 09
1. bis 31. Oktober 2019
Solveig Settemsdal & Kathy Hinde. Singularity »Singularity« (2016)

 

Ozeanische Gefühle 10
1. November bis 1. Dezember 2019
Nicole Six & Paul Petritsch. Räumliche Maßnahme (1) (2002)

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung

Pressekontakt:

Yvonne Mielatz-Pohl (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt

Tel.: +49 (6151) 3601-300

E-Mail: presse@hlmd.de

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Die Haupthalle im Eingangsbereich des Hessischen Landesmuseums

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