09.06.2026
Neue Salamander-Art in Peru entdeckt
Fund lenkt Blick auf zerstörerischen Goldrausch
Deutsche und peruanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine neue, lungenlose Salamander-Art im Regenwald Zentral-Perus entdeckt und sie Bolitoglossa chrysothyma genannt. Der Artname ist aus dem Griechischen abgeleitet und bedeutet »Gold-Opfer«.
»Damit möchten wir auf die aktuelle Situation im privaten Schutzgebiet Panguana, aus dem die neue Art stammt, aufmerksam machen« sagt Dr. Jörn Köhler, Zoologe am Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Panguana ist akut durch eine großangelegte, illegale Goldsuche bedroht, die in dieser extremen Form vor etwa drei bis vier Jahren begonnen hat. Die Goldsucher haben seither nicht nur etliche Kilometer des angrenzenden Flusses Yuyapichis zerstört, sondern sind auch in das Schutzgebiet eingedrungen und haben dort mit massivem Maschineneinsatz Regenwald vernichtet. Und der industrielle Goldabbau in Panguana ist kein Einzelfall.
»Auf Google Earth kann man sehr deutlich sehen, dass auch andere Flüsse in der Region in ähnlicher Weise betroffen sind. Seit vor wenigen Jahren die Goldpreise in die Höhe geschnellt sind, ist in Amazonien und in vielen anderen Regionen der Welt ein regelrechter Goldrausch ausgebrochen, der immer stärker außer Kontrolle gerät und die Umwelt- und Artenvielfalt rücksichtslos zerstört«, sagt Dr. Jörn Köhler.
Die Methoden der Goldsuche und ihre Auswirkungen können dabei ganz unterschiedlich sein. »In Madagaskar dringen die Menschen in Schutzgebiete ein und schneiden in mühevoller Handarbeit aus den Brettwurzeln der Urwaldriesen hölzerne Pfannen für das Goldwaschen heraus und zerstören auf diese Weise jahrhundertealte Bäume für einen minimalen Nutzen« sagt Dr. Frank Glaw von der Zoologischen Staatssammlung München (SNSB).
Der neue Goldrausch und die absehbar fortschreitende Zerstörung des amazonischen Regenwaldes bedroht nicht nur den Lebensraum des neuen Salamanders, sondern unzählige weitere Arten, von denen viele bisher noch nicht erfasst wurden. Die wissenschaftliche Dokumentation der Artenvielfalt tropischer Wälder wird somit immer mehr zu einem Wettlauf gegen die Zeit.
Original Publikation:
Frank Glaw, Jörn Köhler, Ernesto Castillo-Urbina, Karen Siu-Ting, Roy Santa-Cruz, César Aguilar-Puntriano, Rudolf von May & Miguel Vences (2026): Translating phylogeny into taxonomy: a new plethodontid salamander species, genus Bolitoglossa, from Amazonian Peru - Studies on Neotropical Fauna and Environment
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/01650521.2026.2665359
Pressematerial zum Download
Pressemitteilung
Pressebilder
Die neue Salamander-Art Bolitoglossa chrysothyma aus dem privaten Schutzgebiet Panguana in Peru.
Foto: Jörn Köhler/HLMD
Die neue Salamander-Art Bolitoglossa chrysothyma aus dem privaten Schutzgebiet Panguana in Peru.
Foto: Jörn Köhler/HLMD
Portrait der neuen Salamander-Art Bolitoglossa chrysothyma aus dem privaten Schutzgebiet Panguana in Peru.
Foto: Jörn Köhler/HLMD
Luftaufnahme des durch illegale Goldsuche zerstörten Regenwalds am Rio Yuyapichis im privaten Schutzgebiet Panguana, Peru.
Foto: Armin Niessner/ACP Panguana
Große, kreisförmig ausgeschnittene Löcher in den Brettwurzeln eines Baumes in einem Schutzgebiet Madagaskars. Den nächsten Sturm wird dieser Baum wohl kaum überstehen.
Foto: Frank Glaw/SNSB
Für Fachfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Jörn Köhler (Zoologie)
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt
Tel.: +49 (6151) 3601-263
E-Mail: joern.koehler@hlmd.de
Pressekontakt:
Yvonne Mielatz-Pohl (Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt
Tel.: +49 (6151) 3601-300
E-Mail: presse@hlmd.de
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