200 Jahre Metrisches System in Hessen

Großherzog Ludewig I. (1753 - 1830) betraute  Christian Philipp Leonhard Eckart (1784-1866)  mit der Entwicklung und Einführung eines neuen Maß- und Gewichtssystems, das er nach Zugewinnen nach dem Wiener Kongress per Gesetz am 16. Dezember 1817 für das Großherzogtum Hessen - Darmstadt verordnete. Auf dieses Gesetz, das im Jahre 1818 in Kraft trat und im Großherzogtum Hessen – Darmstadt in den nächsten  Jahren die Maße und Gewichte vereinheitlichte, nimmt die kleine Ausstellung Bezug.

Die sich damals im Gebrauch befindenden Maße und Gewichte waren selbst im ursprünglichen Hessischen verschieden. So verwendete man in und um Darmstadt den Darmstädter Fuß mit drei verschiedenen Längen zu 27,51 cm, 28,77 cm und 33,08 cm. In Offenbach war der Fuß 35,93 cm und in Dreieichenhain gar 45,08 cm lang. Es bestanden 40 verschiedene Ellen; ebenso mehrere 100 verschiedene Ruthen (Längenmaß). In den Gewichten herrschte noch größere Verschiedenheit. Neben dem Cölner, Pariser, Nürnberger und Wiener Pfund entstanden weitere Gewichtsmaße und Gepflogenheiten, die den Handel störten. Verwirrung brachte beispielsweise die Vorschrift, dass die  Metzger in althessischen Landen ein schwereres Gewicht anwenden mussten als die Bäcker.  Auch die Staatliche Landesvermessung, die Katasterarbeiten und die damit verbundene Steuererhebungen wurden erheblich erschwert.

In der Ausstellung werden verschiedene Geräte zur Längenmessung in unterschiedlichen Maßen nebst der neuen Darmstädter Elle, ein Topfgewichtssatz, ein Hohlmaß und der Eichgewichtssatz des Hofmechanikers Hektor Rößler (1779-1863) mit dem Großherzoglichen Hessischen Pfund, dem Kubikzoll und dem Füssigkeitsnormal gezeigt.

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Veranstaltungsort

Hessisches Landesmuseum Darmstadt
Gemäldegalerie
Friedensplatz 1
64283 Darmstadt


Kontakt

Kai Boysen und Günter Sauer
T 06151 1657-017


Laufzeit

12. Oktober 2018 bis 17. Februar 2019


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