Fr, 3. September 2010
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Elfenbeinarbeiten  

 

Das Fragment einer Himmelfahrt Christi ist (wie die vermutlich zugehörigen Stücke in Berlin und Florenz) wahrscheinlich Teil eines antiken Diptychons, das überschnitzt wurde. Diptychen sind ursprünglich zwei mit Scharnieren verbundene Elfenbeinplatten, die als Schreibtafeln genutzt wurden. Obwohl im Mittelalter dieser Zweck verloren gegangen war, wurde die antike hochrechteckige Form der Diptychen zunächst beibehalten.
In karolingischer Zeit erlebte die Elfenbeinschnitzerei ihre erste nachantike Blüte, und besonders die an der Hofschule Karls des Großen in Aachen entstandenen Stücke, die sogenannte "Ada-Gruppe", der auch das Elfenbeinrelief mit der Himmelfahrt-Darstellung zugerechnet wird, zeichnen sich durch eine große Antikennähe aus.
Fragment einer Himmelfahrt Christi

Schon 1805 wurde die Sammlung Hüpsch mit ihren mittelalterlichen liturgischen Gegenständen aus Elfenbein und Edelmetall übernommen. Ihre Kernstücke sind eine byzantinische Pyxis und Kästchen aus Elfenbein, frühmittelalterliche Diptychen, ein Täfelchen vom sogenannten Magdeburger Antependium, zwei Turrisreliquiare, der Tragaltar des Wolbero sowie das Turmreliquiar vom Meister des Gregorius-Tragaltars. Mehrere Bildhandschriften aus dem 9.-13. Jahrhundert vervollständigen diese Sammlung mittelalterlichen Kunsthandwerks, die zu den wichtigsten in Deutschland zählt. Später hinzugekommen sind Bodenfunde von Goldschmuck aus dem Mittelrheingebiet (Mainzer Tasseln).