Das Fragment einer Himmelfahrt Christi ist (wie die vermutlich zugehörigen Stücke in Berlin und Florenz) wahrscheinlich Teil eines antiken Diptychons, das überschnitzt wurde. Diptychen sind ursprünglich zwei mit Scharnieren verbundene Elfenbeinplatten, die als Schreibtafeln genutzt wurden. Obwohl im Mittelalter dieser Zweck verloren gegangen war, wurde die antike hochrechteckige Form der Diptychen zunächst beibehalten.
In karolingischer Zeit erlebte die Elfenbeinschnitzerei ihre erste nachantike Blüte, und besonders die an der Hofschule Karls des Großen in Aachen entstandenen Stücke, die sogenannte "Ada-Gruppe", der auch das Elfenbeinrelief mit der Himmelfahrt-Darstellung zugerechnet wird, zeichnen sich durch eine große Antikennähe aus.