Dr. Norbert Micklich
Messel Fische

Skelettbau-Variabilität bei Messel-Fischen

Bei diesem Projekt wird der Schwerpunkt zunächst auf der Barschart Rhenanoperca minuta liegen. Besonders interessant sind dabei die sogenannten Pharyngealkiefer. Dies sind umgewandelte Kiemenbögen, die im oberen und unteren hinteren Schlundbereich sitzen und zur Aufarbeitung der Nahrung beitragen.
 
Es gibt zwei unterschiedliche Kiefer-Typen. Der eine ist relativ filigran gebaut und mit feinen Zähnchen besetzt. Der andere ist von deutlich gröberer Gestalt und trägt halbkugelige „Pflasterzähne“. Derart verschiedene Pharyngealkiefer-Formen gibt es auch bei manchen heutigen Barschen. Der feine Typ tritt in der Regel bei Insekten- und Detritusfressern auf, der gröbere ist dagegen typisch für „Schneckenknacker“ und andere Hartschalfresser. Interessanterweise kommen beide zumeist in einem frühen Stadium eines Artneubildungs-Prozesses vor, d.h. dann, wenn sich eine Art in zwei neue aufzuspalten beginnt.
 
Bei Rhenanoperca minuta müssen zunächst Methoden entwickelt werden, mit denen man diese unterschiedlichen Grundtypen statistisch sicher belegen kann. Dies wird dadurch erschwert, dass die Pharyngealkiefer nach außen hin (u.a.) von den Kiemendeckeln überdeckt sind und deshalb bei den Messeler Transfer-Präparaten schwer zu erkennen sind. Besonders der feine Typ ist selbst in Mikroröntgenbildern oder Computertomographien kaum nachzuweisen.
 
Es gibt jedoch Möglichkeiten, mit denen ein Nachweis evtl. dennoch erreicht werden kann. Bei der sogenannten Schnellumbettung werden die Fossilien nicht so vollständig vom Kunstharz durchtränkt wie bei den normalen Umbettungs-Präparaten. Hier kann man die Kiemendeckel mitunter entfernen und Teile der Pharyngeal-Kiefer freilegen. Alternativ können auch Proben am bergfrischen Material entnommen werden. Aber auch hier gibt es keine Garantie dafür, dass, selbst wenn man darin nur feine Zähne findet, nicht ursprünglich auch gröbere vorhanden waren. Diese könnten möglicherweise nur fester gesessen haben, so dass sie bei der Entnahme nicht mit erfasst wurden.
 
Bei Rhenanoperca minuta sind neben den unterschiedlichen Pharyngeal-Kiefern und ihrer Bezahnung eine ganze Reihe anderer Skelett-Unterschiede bekannt. Manche davon kann man sogar zwei unterschiedlichen Grundtypen zuordnen. Erst wenn es gelingt derartige Korrelationen einwandfrei nachzuweisen, kann man davon ausgehen, dass auch in Messel so etwas wie eine Artneubildungs-Gruppe vorliegt. 

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T 06151 1657-061


Publikationen (Auswahl)

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Historisches Situspräparat eines Huhns

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Messeler “Schneckenknacker-Barsch“ Rhenanoperca minuta. Inhalt des Magen-Darm-Traktes mit Insektenresten. Inv.-Nr. HLMD-Me 2003-3-41a, b.

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Grabungsstelle am Steilufer des Belaya-Flusses

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Das Arbeitsgebiet Galili im Afar-Dreieck

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Das kleinste Reptil der Welt ist das Zwergchamäleon Brookesia micra. Es wurde von Jörn Köhler und Kollegen 2007 auf der madegassischen Insel Nosy Hara entdeckt.

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Rhenanoperca minuta, Grundtyp B mit längeren, schwach gebogenen Rückenflossen-Stacheln. Die Pharyngealkiefer-Bezahnung ist nicht eindeutig zu erkennen, aber vermutlich fein. Inv.-Nr. LNK-Me 640

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Albrecht Dürer Profilbildnis des Raimund Fugger 1525 Schwarze Kreide

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Joseph Beuys, Auschwitz-Demonstration, 1956-1964 Block Beuys, Raum 5, 4. Vitrine © VG Bild-Kunst Bonn

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Detail vom Schädel eines Schiffshalter-Fundes aus der Tongrube Unterfeld mit Saugscheibe (Inv.-Nr. HLMD-WT 36, bedampft mit Ammoniumchlorid)

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Plastinat eines Huhns

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Dorsch-ähnlicher Fisch, Palaeogadus intergerinus.

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Homo rudolfensis

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Makrelenartiger Fisch aus der Tongrube Unterfeld. Sammlung SMNK.

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Heutiger Knochenhecht, Lepisosteus osseus. Schuppenschliff-Detail unter dem Polarisationsmikroskop. Die Wachstumsschübe sind deutlich zu erkennen. Inv.-Nr. HLMD-SMFR 302

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Viele Froscharten der Gattung Boophis sind durch farbige Augenringe gekennzeichnet (hier Boophis fayi)

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Joseph Beuys, Block Beuys, Raum 1.

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Rhenanoperca minuta, Grundtyp A mit grober Pharyngealkiefer-Bezahnung und relativ kurzen, deutlich gekrümmten Rückenflossen-Stacheln. Inv.-Nr. HLMD-Me 13125

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George Grosz Der Mädchenhändler 1918, Aquarell © Estate of George Grosz, Princeton, N. J. / VG Bild-Kunst, Bonn 2014

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Heutiger Wolfsbarsch, Morone chrysops; desgleichen. Inv.-Nr. HLMD-SMFR 31

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Schneckenknacker-Barsch“, Rhenanoperca minuta. Inv.-Nr. HLMD-Me 10485

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Paranthropus boisei

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Historisches Skelettpräparat eines Huhns

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Joseph Beuys, Astronautin, 1961 Block Beuys, Raum 5, 7. Vitrine © VG Bild-Kunst Bonn

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Detail eines gefärbten Aufhellungspräparates mit der Saugscheibe eines heutigen Schiffshalters (Remora remora, Inv.-Nr. HLMD-SMFR 309)

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Jacques Bellange Laufende Diana (?) um 1613 Feder und braune Tinte, braune Lavierungen, Höhungen in weißer Gouache auf blau-grünem Papier

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Ein im Jahr 2010 neu entdeckter Baumfrosch, Boophis luciae, aus Madagaskar mit halbtransparenter Haut.

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Rembrandt Harmensz. van Rijn Skelettreiter um 1655 Feder in Braun

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Rhenanoperca minuta, Detail vom oberen Pharyngealkiefer mit feiner Bezahnung. Inv.-Nr. SMF-ME 1436

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Detail eines heutigen Schiffshalter-Kopfes (Remora remora) mit Saugscheibe. Gefärbtes Aufhellungspräparat, Leihgabe (Scripps Institution of Oceanography, La Jolla, CA, Inv.-Nr. SIO 72-287)

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Calumma tarzan ist eine Chamäleonart, die erst 2010 in einem Regenwaldfragment in Zentral-Madagaskar entdeckt wurde. Die Art ist durch Abholzung jedoch stark bedroht.

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Zwei Hasen bombardieren das geheimnisvolle Dorf, 1969 Block Beuys, Raum 6, 2. Vitrine © VG Bild-Kunst Bonn

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Rhenanoperca minuta, Detail vom oberen Pharyngealkiefer mit grober Bezahnung. Inv.-Nr. SMF-ME 1430a

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Die Laubfrösche Südamerikas, hier ein Pärchen von Dendropsophus delarivai, bilden einen Forschungsschwerpunkt.

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Die Verwandtschaftsbeziehungen und Artunterschiede werden bei Fröschen mittels Genetik, der Analyse der spezifischen Rufe und der Morphologie wissenschaftlich untersucht.

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Phelsuma roesleri ist eine farbenprächtige Geckoart, welche auf Pandanus-Bäumen in Nord-Madagaskar lebt. Sie wurde 2008 entdeckt.

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Homo rudolfensis

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Paranthropus boisei

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