Forschung
Dr. Gabriele Gruber

Kieselige Mikroorganismen aus dem tertiären Eckfelder Maar

Die vorläufigen Untersuchungen am Kernmaterial der Bohrungen E 1 und E 3 bestätigen Hinweise auf Massenvorkommen kieseliger Mikrofossilien. Das sind im einzelnen Diatomeen (Kieselalgen), Chrysophyceen (Goldalgen) und Spongilliden (Süßwasserschwämme). In bestimmten Sedimentabschnitten des getrockneten Bohrkernmaterials ist eine deutliche hell/dunkel Lamination zu erkennen. Diese weist auf eine Wechsellagerung von Kieselursedimenten und bituminösen Tonsteinlagen hin.
 
Bislang ergaben die Untersuchungen eine deutliche Dominanz von Kieselalgen als Sedimentbildner.Die laufenden Untersuchungen der Diatomeen-Flora von Eckfeld deuten auf eine artenarme Population mit ausgeprägter Dominanz von Aulacosira granulata hin, daneben sind untergeordnet auch andere Arten nachgewiesen worden. Die Lebensweise z.B. von Kieselalgen ist sehr anpassungsfähig, von ihnen sind nur die aus amorpher Kieselsäure aufgebauten Zellwände erhalten.
 
Von Süßwasserschwämmen ist fossil nur das kieselige Stützskett vorhanden, das aus verschiedenen Sklerentypen besteht, der Weichkörper nicht. In sehr vielen Proben sind isolierte Schwammnadeln erhalten, selten jedoch die taxonomisch wichtigen Überdauerungsstadien, die Gemmulae, erhalten. Zysten von Chrysophyceen finden sich oft nur vereinzelt, allerdings sind auch Chrysophyceen-Lagen inzwischen bekannt. Solche Anreicherungen werden als Stressreaktion gedeutet.

Die Erhaltung der ursprünglichen Kieselsubstanz dieser Mikrofossil-Gruppen ohne deutliche diagenetische Überprägung stellt eine Besonderheit dar und ist bei vergleichbar alten Fossillagerstätten nicht die Regel.

Zusammenarbeit mit (u. a.)

Dr. K. Goth, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, Freiberg
Dipl.-Geol. W. Schiller, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt

Kontakt

Dr. Gabriele Gruber
T 06151 1657-060


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