Die Schenkung U. und Dr. H. Kleinstück

Der Jugendstilschmuck

Mit einer bedeutenden Schenkung bereicherte das Sammlerehepaar Ursula und Dr. Hermann Kleinstück, beide seit Jahrzehnten dem Museum eng verbunden, die Jugendstilabteilung. Bereits 2013 kamen, rechtzeitig genug, um sie in die Konzeption der neuen Präsentation einzubinden, sieben Schmuckstücke in die Sammlung. Neben einem Anhänger des Kopenhagener Entwerfers Evald Nielsen und einer Gürtelschließe der Pforzheimer Firma Robert Kraft handelt es sich um französische Arbeiten, die in der Sammlung bisher noch nicht vorhandene, wichtige Positionen belegen. Zwei Anhänger von Elisabeth Bonté und einer von Georges Pierre repräsentieren nun das Werk der beiden in Paris wirkenden Künstler, deren Schmuckstücke aus Horn die der Natur entnommene Bildwelt des Art Nouveau aufgreifen. Gleiches gilt für einen aufwändigen Halsschmuck des Pariser Juweliers Janvier Quercia, dessen aus Silber und Fensteremail  gefertigter Anhänger zwei gespiegelte Libellen zeigt. Ungewöhnlich ist das Material, aus dem Gabriel Argy-Rousseau seinen Zikaden-Anhänger fertigte. Der Glaskünstler war auf Arbeiten aus Pâte de verre spezialisiert, einer Glaspaste, die in wiederverwendbare Formen gepresst werden konnte. In den frühen 20er Jahren entstanden so kleine Serien von Schmuckstücken, die nun die Formensprache des Art Déco zeigen.


Zu Weihnachten einen Olbrichsessel

2014 schließlich bescherte das Ehepaar Kleinstück dem Landesmuseum ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art: einen Armlehnsessel von Joseph Maria Olbrich. Das prominente Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie hatte ihn 1901 für die Ausstellung „Ein Dokument deutscher Kunst“ entworfen. Er stand, wie eine zeitgenössische Fotografie belegt, als repräsentativer Blickfang vor dem Kamin in der Halle des Großen Glückerhauses auf der Mathildenhöhe und wurde in den Werkstätten des Hofmöbelfabrikanten Julius Glückert gefertigt. Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts konnten Ursula und Hermann Kleinstück den Armlehnsessel über einen Darmstädter Kunsthändler erwerben. Da er sich in einem schlechten Zustand befand, ließen sie ihn fachgerecht restaurieren und mit einem neuen Stoff nach einem Entwurf des Wieners Josef Hoffmann beziehen. Nachdem das Möbel über Jahrzehnte im Wohnzimmer der Familie stand und dort auch genutzt wurde, entschlossen sich die Sammler nun, dieses für Darmstadt und die Dokumentation der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie so überaus wichtige Objekt der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Übergabe fand während einer Pressekonferenz statt, bei der noch ein weiteres Objekt, ein Silberdöschen von Patriz Huber, ebenfalls Mitglied der Künstlerkolonie, den Weg in die Jugendstilsammlung des Landesmuseums fand.

Kontakt

Dr. Wolfgang Glüber
T +49 6151 1657-011


Die Schenkung U. und Dr. H. Kleinstück

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