Lithographie von Arno Rink

Arno Rink (*1940 in Schlotheim/Thüringen) studierte in den 1960er Jahren an der renommierten Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst bei Werner Tübke und Bernhard Heisig und lehrte eben dort von 1979 bis 2005. Zu seinen Schülern zählten Neo Rauch oder Michael Triegel. So gehört Arno Rink zur zweiten Generation der Leipziger Schule. Seine gegenständlichen Werke zeigen meist Akte, häufig in kühnen Kompositionen und mit durchaus pathetischer Botschaft. Seine Malweise zeichnet sich durch eine akribische Technik aus. Über allem liegt eine gewisse Kühle und Distanz, wobei das Figurative, das anfangs kompromisslos und eindeutig ist, zusehends aufweicht und immer mehr ins Ausgesparte, nicht Gesagte, Rätselhafte gleitet. Die uns von José Gimpera aus Bad Schwalbach im Jahr 2015 geschenkte Lithographie „Nacht der Gaukler“ entstand 1983. Sie zeigt ein Thema, das Rink seit 1982 in mehreren Gemälden aufgegriffen und bildlich variiert hat. In der „Nacht der Gaukler“ macht Rink das Bild zur dramatischen Bühne: Unter einem Segel oder einer Zeltplane sind menschliche Gestalten kopfüber und aufeinander getürmt. Ohne für Klarheit zu sorgen heben grelle Schlaglichter Details aus dem wilden Durcheinander hervor. Wir sehen kapriziöse Figuren, haltlose Existenzen, von denen man nicht weiß, ob sie empor fliegen oder hinabstürzen.

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