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Werkkomplex Joseph Beuys
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Stuhl mit Fett
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Joseph Beuys (Krefeld 1921–1986 Düsseldorf) war einer der bedeutendsten deutschen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Hessische Landesmuseum besitzt mit dem "Block Beuys" seinen weltweit größten, authentischen Werkkomplex.
Seinen Kern bildet eine 1967 vom Darmstädter Sammler Karl Ströher angekaufte Werkgruppe, die ab 1968 erweitert und ergänzt wurde. 1970 hat Joseph Beuys die Aufstellung der Objekte und ihre Installation in Vitrinen selbst vorgenommen.
1989 konnte der »Block Beuys« mit Hilfe von Sondermitteln der Hessischen Kulturstiftung und der Kulturstiftung der Länder für das Museum erworben werden.
In sieben Räumen befinden sich über 250 plastische Arbeiten aus der Zeit von 1949 bis 1972 - darunter zahlreiche für das Kunstverständnis des Künstlers bedeutende Objekte und Installationen wie »Grauballemann«(1952), »Jungfrau«(1961), »Szene aus der Hirschjagd«(1961), »Stuhl mit Fett«(1963), »FOND II«(1968), »FOND III«(1969). Filzobjekte aus den Jahren 1964–1967 dokumentieren die Bedeutung eines der Hauptmaterialien des Künstlers. 23 Vitrinen in drei Räumen bergen Objekte aus ehemaligen Aktionen und zahlreiche Multiples von Joseph Beuys. Zeichnungen und Wasserfarbenblätter ergänzen diese Sammlung.
Das künstlerische Werk von Joseph Beuys ist geprägt durch seine Theorie der »sozialen Plastik«, durch seine Erweiterung des traditionellen Kunstbegriffs: Abkehr von formal-ästhetischen Maßstäben und festgefügten Gestaltungsprinzipien, Ausübung von Kunst als einem ganzheitlichen Wahrnehmungs- und Erkenntnisprozeß, an dem jeder Mensch beteiligt sein und der verändernd in die Gesellschaft eingreifen soll (»Jeder Mensch ist ein Künstler«).
Das Denken ist für den Künstler die eigentliche, elementare Stufe der Plastik. Plastik ist ein Evolutionsprozeß - offen und beweglich, lebendig und fließend zwischen den Gegensätzen Chaos und Ordnung, organisch und kristallin, warm und kalt. Das Ziel ist, den einseitig materiell ausgerichteten, die Menschheit in ihrem Bewußtsein und in ihrem Handeln einschränkenden Wissenschaftsbegriff aufzubrechen, Logik mit Spiritualität in eine Einheit zu bringen.
Mit seinen typischen Materialien Filz und Fett, seinen Aktionen, in denen Energie in ihren unterschiedlichsten Formen eine zentrale Rolle spielt, und in der unermüdlichen Vermittlung seiner Vorstellungen, die auch ins Politische hineinwirken sollten, lebte Beuys in äußerster Konsequenz seinen eigenen Kunstbegriff. Der »Block Beuys« im Hessischen Landesmuseum legt davon ein beeindruckendes Zeugnis ab.